Ratgeber
Vereinskleidung bedruckenlassen
Welches Druckverfahren für welchen Zweck, warum Material und Farbe über das Ergebnis entscheiden und wie ihr eine Sammelbestellung im Verein organisiert, ohne dass es Ärger gibt.
Trikots, Hoodies für den Vorstand, Shirts fürs Sommerfest: Vereinskleidung ist eine der Sachen, die in der Theorie einfach klingen und in der Praxis an drei Stellen schiefgehen: falsches Material, falsche Erwartung an die Farben, und eine Größenabfrage, die zu spät kommt.
Ich drucke selbst, in der eigenen Werkstatt, deshalb hier die ehrliche Version: was geht, was nicht, und worauf ihr bei der Planung achten solltet.
Die Verfahren, ehrlich verglichen
Sublimationsdruck. Das mache ich. Die Farbe geht als Gas direkt in die Faser, statt oben aufzuliegen. Das Ergebnis: Der Druck ist nicht zu fühlen, bricht nicht, blättert nicht ab und hält die Wäsche über. Er ist außerdem sehr farbstark und erlaubt Verläufe und Fotos ohne Aufpreis.
Der Haken, und der ist nicht verhandelbar: Es braucht Polyester (oder polyesterbeschichtete Artikel) und einen hellen Untergrund. Auf reiner Baumwolle hält es nicht, auf dunklen Stoffen wird es nicht sichtbar.
Flex- und Flockfolie. Eine Folie wird ausgeschnitten und aufgepresst. Funktioniert auf fast allem, auch auf dunkler Baumwolle, und ist bei Rückennummern und Namen die erste Wahl. Dafür liegt sie spürbar auf und eignet sich nicht für Fotos oder feine Verläufe.
Siebdruck. Lohnt sich ab großen Mengen, dann sehr günstig pro Stück. Bei zwanzig Vereinsshirts steht der Einrichtungsaufwand aber in keinem Verhältnis.
Stickerei. Hochwertigste Anmutung, sehr langlebig, ideal für kleine Logos auf Poloshirts oder Jacken. Ungeeignet für großflächige Motive und filigrane Details.
Warum das Material vor dem Motiv kommt
Die häufigste Enttäuschung entsteht, weil zuerst das Shirt gekauft und dann nach dem Druck gefragt wird. Umgekehrt wird es rund: erst klären, wie gedruckt wird, dann die Textilien bestellen.
Ein paar Punkte aus der Praxis:
- Mischgewebe (etwa 65 % Polyester / 35 % Baumwolle) nimmt Sublimationsfarbe nur teilweise an. Das Ergebnis wirkt dann bewusst verwaschen. Manche mögen diesen Vintage-Look, aber man sollte ihn wollen und nicht davon überrascht werden.
- Weiß ist keine Druckfarbe. Was im Motiv weiß ist, bleibt die Farbe des Stoffs. Auf einem hellgrauen Shirt wird das vermeintlich weiße Logo also hellgrau.
- Funktionsstoffe für Sport sind meist Polyester und damit ideal, aber achtet auf die Temperaturangabe des Herstellers, sehr dünne Stoffe vertragen die Presse nicht immer.
Was das Motiv mitbringen muss
Details stehen im eigenen Ratgeber zur Motivvorbereitung. Für die Planung reicht dieses:
- Vektordatei bevorzugt (SVG, PDF, AI). Die lässt sich beliebig skalieren. Vom Brustlogo bis zum Rückendruck.
- Falls nur ein Pixelbild da ist: mindestens 300 dpi in Druckgröße. Ein Logo von der Website hat meist 72 dpi und wird auf dem Shirt unscharf.
- Freigestellt, also ohne weißen Kasten drumherum. Sonst wird der Kasten mitgedruckt.
- Schrift in Pfade umgewandelt, sonst fehlt mir eure Vereinsschrift und es wird eine andere gesetzt.
Wenn ihr nur ein altes Logo aus einer Word-Datei habt: Das lässt sich fast immer nachzeichnen. Sagt vorher Bescheid, dann rechne ich es mit ein.
Die Sammelbestellung organisieren
Der Teil, der öfter schiefgeht als der Druck. Was sich bewährt hat:
- Größen anprobieren lassen, nicht abfragen. Ein Mustersatz zum Anprobieren spart die Diskussion, warum „L" bei dieser Marke kleiner ausfällt.
- Verbindliche Frist setzen und danach wirklich schließen. Nachzügler kosten eine zweite Bestellung und einen zweiten Versand.
- Geld vorher einsammeln. Wer bestellt, ohne zu kassieren, bleibt erfahrungsgemäß auf ein paar Stück sitzen.
- Namen und Nummern doppelt gegenlesen lassen, am besten von der Person selbst. Ein falsch geschriebener Name ist nicht korrigierbar, das Teil ist dann Ausschuss.
- Zeitpuffer: Bestellung der Rohware, Druck, Versand. Rechnet mit zwei bis drei Wochen. Vor Turnieren oder Jubiläen entsprechend früher anfangen.
Waschen und Haltbarkeit
Sublimationsdruck ist in der Faser, deshalb ist er unempfindlich. Trotzdem hält alles länger, wenn ihr das weitergebt:
- Auf links waschen, bei 30 bis 40 Grad
- Kein Weichspüler. Der legt sich auf die Fasern und lässt Funktionsstoffe verkleben
- Nicht direkt auf den Druck bügeln. Bei Folie schmilzt sie, bei Sublimation ist es unkritisch, aber die Gewohnheit schadet nicht.
- Trockner meiden, vor allem bei Folienaufdrucken
Bei Vereinskleidung, die von wechselnden Personen getragen wird, lohnt sich ein kurzer Zettel mit diesen vier Punkten in der Trikottasche. Klingt übertrieben, verlängert die Lebensdauer aber deutlich.
Häufige Fragen
Was kostet bedruckte Vereinskleidung? ?
Textilien starten bei mir bei 25 € pro Stück, Tassen bei 19 €. Ab 10 Stück gibt es Mengenrabatt. Der genaue Preis hängt vom Textil, der Motivgröße und der Anzahl der Druckstellen ab: sag mir, was ihr vorhabt, dann bekommt ihr vorher eine klare Zahl.
Könnt ihr auf dunkle Shirts drucken? ?
Mit Sublimation nicht. Die braucht helle Stoffe, weil die Farbe in die Faser geht und nicht deckt. Für dunkle Textilien gibt es Folienverfahren. Sagt mir, was ihr euch vorstellt, dann sage ich euch ehrlich, welcher Weg passt oder ob ich abraten würde.
Wie lange dauert eine Vereinsbestellung? ?
Plant zwei bis drei Wochen ein: Rohware bestellen, drucken, versenden. Bei fester Deadline, Turnier, Jubiläum, meldet euch lieber früher, dann bekommen wir das sicher unter.
Wir haben nur ein altes Logo in schlechter Qualität. Geht das? ?
Meist ja. Ein Logo lässt sich nachzeichnen, dann habt ihr es danach dauerhaft in guter Qualität für alles Weitere. Schickt es mir einfach, ich sage euch, ob es reicht oder was es kostet.
Bekommen wir ein Muster vorab? ?
Ja, und ich empfehle es ausdrücklich. Ein Einzelstück vorab zeigt Farbe, Größe und Sitz. Das ist deutlich günstiger als dreißig Teile, die nicht passen.
Ein Anruf klärt meist in zehn Minuten, ob und wie ich helfen kann. Kostenlos und unverbindlich, ich gehe fast immer selbst ran.