Fotos brauchen mindestens zwei Kopien an zwei Orten. Die Cloud allein ist keine Sicherung, denn sie synchronisiert auch das Löschen. Nutze ein offenes Format und eine Ordnerstruktur nach Jahr, damit du nicht von einem Anbieter abhängst. Und prüfe einmal im Jahr, ob du wirklich noch drankommst.
„Meine Fotos sind alle in der Cloud, da kann nichts passieren." Diesen Satz höre ich oft, und danach den Anruf, dass ein Ordner weg ist und der Papierkorb schon geleert wurde.
Fotos sind die Daten, deren Verlust am meisten weh tut, weil sie sich nicht wiederbeschaffen lassen. Hier steht, wie du sie ohne großen Aufwand so sicherst, dass sie auch in zwanzig Jahren noch da sind.
Warum die Cloud allein nicht reicht
Eine Synchronisation ist kein Backup. Das ist der wichtigste Satz zum Thema. Der Unterschied:
- Synchronisation hält zwei Orte gleich. Löschst du etwas hier, verschwindet es auch dort. Genau das soll sie tun.
- Backup bewahrt einen früheren Stand auf. Löschst du etwas, ist es im Backup noch da.
Die Cloud schützt also zuverlässig gegen ein Gerät, das kaputtgeht oder verloren geht. Sie schützt nicht gegen:
- Versehentliches Löschen, das erst nach Wochen auffällt
- Ransomware, die alle Dateien verschlüsselt und die Verschlüsselung brav hochsynchronisiert
- Ein gekapertes Konto
- Einen Anbieter, der den Dienst einstellt oder das Konto sperrt
Papierkorb beachten: Die meisten Dienste behalten gelöschte Dateien 30 Tage. Wer erst nach zwei Monaten merkt, dass ein Ordner fehlt, hat Pech. Genau das ist der häufigste Fall in meiner Praxis.
Der Mindeststandard: zwei Kopien, zwei Orte
Für private Fotos reicht eine abgespeckte Fassung der 3-2-1-Regel:
- Kopie 1: Dort, wo du sie täglich nutzt. Handy und Cloud.
- Kopie 2: Eine externe Festplatte zu Hause, die du regelmäßig anschließt und danach wieder abziehst.
- Kopie 3 (empfohlen): Eine zweite Festplatte, die woanders liegt: bei den Eltern, im Büro, im Keller eines Freundes. Gegen Brand, Wasser und Einbruch hilft nur Abstand.
Die dritte Kopie klingt übertrieben, bis man einmal einen Wasserschaden hatte. Sie muss auch nicht aktuell sein: Ein Stand von vor sechs Monaten ist unendlich viel besser als nichts.
Ordnung, die auch in zehn Jahren funktioniert
Das Problem ist selten der Speicherplatz, sondern das Wiederfinden. Was sich bewährt hat, ist schlicht:
- Ein Hauptordner Fotos
- Darin ein Ordner pro Jahr
- Darin, wenn nötig, Datum plus Anlass: 2026-07-14 Sommerfest
Mehr braucht es meist nicht. Alben nach Personen oder Themen kann jede Fotosoftware zusätzlich anlegen. Die Ordner auf der Platte bleiben davon unberührt und lesbar, auch wenn du die Software irgendwann wechselst.
Wichtig: Verlass dich nicht darauf, dass die Sortierung nur in der App existiert. Wenn du deine Fotos nur über die Suche einer bestimmten App findest, bist du an diese App gebunden.
Formate: offen bleiben
Ein Format, das in fünfzehn Jahren niemand mehr öffnen kann, ist ein verstecktes Risiko.
- JPG ist das sicherste Format überhaupt. Es wird noch sehr lange lesbar sein.
- HEIC (Standard bei iPhones) spart Platz, wird aber nicht überall unterstützt. Wenn du sicher gehen willst, exportiere die Sicherungskopie als JPG.
- RAW ist für Fotografen sinnvoll, aber herstellerabhängig. Bewahre zusätzlich eine JPG-Fassung auf.
- Proprietäre Alben aus Fotoprogrammen sind kein Archivformat. Die Bilder gehören als einzelne Dateien vor.
Und ein Punkt, den viele übersehen: Die Aufnahmedaten (Datum, Ort) stecken in der Datei. Wenn du Fotos über WhatsApp verschickst und die dann sicherst, sind sie kleingerechnet und die Daten oft weg. Sichere immer vom Original.
Vom Handy runter. Regelmäßig
Bei den meisten liegen die meisten Fotos auf dem Handy. Das ist der unsicherste Ort: Es fällt runter, geht verloren, wird gestohlen.
Ein Ablauf, der ohne Disziplin funktioniert:
- Automatische Sicherung in die Cloud einschalten. Das ist Kopie 1 und passiert von allein.
- Einmal im Quartal die Cloud auf die externe Festplatte kopieren. Termin in den Kalender, fünfzehn Minuten.
- Vor jedem Handywechsel zusätzlich eine vollständige Sicherung machen. Nicht darauf verlassen, dass der Umzug alles mitnimmt.
Speicher voll? Lösche nicht wahllos, um Platz zu schaffen. Erst sichern, dann prüfen, dann löschen. Der häufigste Datenverlust bei Fotos passiert genau in diesem Moment. Beim Aufräumen unter Zeitdruck.
Ohne Abo auskommen
Wenn dich die monatlichen Kosten stören, geht es auch anders:
- Zwei externe Festplatten im Wechsel, eine davon außer Haus. Einmalige Kosten, kein Abo. Nachteil: Es passiert nicht automatisch, du musst es tun.
- Ein NAS zu Hause. Lohnt sich, wenn mehrere Personen im Haushalt sichern wollen. Höhere Anschaffung, dafür läuft es automatisch. Mehr dazu im NAS-Ratgeber.
- Cloud nur als Zwischenspeicher. Kostenloses Kontingent nutzen, regelmäßig auf die Festplatte auslagern und in der Cloud aufräumen.
Wichtig bei allen Wegen: Festplatten halten nicht ewig. Rechne mit einem Austausch nach etwa fünf bis acht Jahren, auch wenn sie noch funktioniert. Und eine Platte, die jahrelang unbenutzt in der Schublade liegt, ist kein sicherer Ort. Hol sie einmal im Jahr heraus und prüfe, ob du noch drankommst.
Ein Anruf klärt meist in zehn Minuten, ob und wie ich helfen kann. Kostenlos und unverbindlich, ich gehe fast immer selbst ran.