Ein Gäste-WLAN ist ein eigenes Funknetz mit eigenem Passwort. Besucher kommen ins Internet, aber nicht an deine Rechner, Drucker und Dateien. In der FRITZ!Box schaltest du es unter WLAN > Gastzugang ein. Das BSI empfiehlt dafür mindestens WPA2, besser WPA3, und ein Passwort mit mindestens 20 Zeichen.
Die Kinder bringen Freunde mit, die Handwerkerin braucht kurz Internet, im Vereinsheim fragen alle nach dem Passwort. Meist wird dann das normale WLAN-Passwort herausgegeben. Damit hängt jedes fremde Gerät im selben Netz wie dein Laptop, dein Drucker und deine Datensicherung.
Ein Gäste-WLAN löst das ohne großen Aufwand. Die meisten Router haben die Funktion schon eingebaut, auch jede aktuelle FRITZ!Box. Hier liest du, warum sich die Trennung lohnt, wie du sie in zehn Minuten einrichtest und welche Einstellungen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt. Wie du den Router insgesamt absicherst, steht in unserem Ratgeber Fritzbox optimal einrichten.
Warum ein eigenes Netz für Gäste
In deinem Heimnetz sehen sich die Geräte gegenseitig. Das ist praktisch, weil der Laptop so den Drucker findet und das Handy die Fotos auf das NAS schiebt. Es heißt aber auch: Ein Gerät mit Schadsoftware im selben Netz kann nach offenen Freigaben und schwachen Passwörtern suchen.
Du weißt nicht, wie gut das Handy deines Besuchs gepflegt ist. Das BSI schreibt dazu, dass Gäste über ein eigenes Netz kaum Schaden im eigentlichen Heimnetzwerk anrichten können. Dazu kommen drei weitere Vorteile:
- Dein Hauptpasswort bleibt privat. Du musst es nicht ändern, nur weil es einmal weitergegeben wurde.
- Du kannst den Zugang jederzeit abschalten. Das Heimnetz läuft dabei ganz normal weiter.
- Du kannst Gästen weniger erlauben. Laut BSI lässt sich festlegen, welche Dienste genutzt werden dürfen oder wie viel Bandbreite zur Verfügung steht.
So richtest du den Gastzugang in der FRITZ!Box ein
Du brauchst einen Rechner oder ein Handy im Heimnetz und das Kennwort der FRITZ!Box. Je nach FRITZ!OS-Version heißen einzelne Punkte leicht anders, der Weg ist aber derselbe.
- Benutzeroberfläche öffnen. Gib im Browser
fritz.boxoder192.168.178.1ein und melde dich an. - Gastzugang aufrufen. Klicke links auf WLAN und dann auf Gastzugang.
- Einschalten. Setze den Haken bei Gastzugang aktiv und wähle privater WLAN-Gastzugang. Diese Variante ist verschlüsselt und mit Passwort geschützt.
- Name festlegen. Wähle einen Netzwerknamen, der nichts über dich, deine Adresse oder das Router-Modell verrät. So rät es das BSI.
- Verschlüsselung wählen. Nimm WPA3, wenn alle Geräte es können. Sonst den gemischten Modus WPA2 + WPA3 oder WPA2. Weniger als WPA2 sollte es laut BSI nicht sein.
- Passwort vergeben. Lang und ohne Zusammenhang, das BSI nennt mindestens 20 Zeichen. Das klingt viel, aber Gäste tippen es meist nur einmal ein.
- Übernehmen klicken. Danach ist das zweite Netz sofort sichtbar.
Tipp: Das Häkchen bei WLAN-Geräte dürfen untereinander kommunizieren lässt du aus. Dann sehen sich auch die Geräte deiner Gäste nicht gegenseitig.
Sinnvolle Zusatzeinstellungen
Auf derselben Seite findest du weitere Optionen. Diese lohnen sich:
- Internetanwendungen beschränken. Gäste können dann nur surfen und E-Mails abrufen. Tauschbörsen und ähnliche Dienste sind gesperrt. Für Vereinsheim und Praxis ist das eine gute Wahl.
- Zeitlich begrenzen. Mit automatisch deaktivieren nach wählst du eine Zeitspanne, danach schaltet sich der Gastzugang ab. Die Zusatzoption erst deaktivieren, wenn der letzte Gast abgemeldet ist sorgt dafür, dass das Netz nicht mitten in der Feier verschwindet.
- Öffentlicher Hotspot nur mit Bedacht. Diese Variante läuft ohne Passwort, etwa für ein Café. Für zu Hause brauchst du sie nicht.
Wenn dein WLAN danach in manchen Räumen schwächelt, liegt das selten am Gastnetz. Hilfe dazu findest du im Ratgeber WLAN langsam? 8 Tipps.
Zugangsdaten weitergeben, ohne sie auszuhängen
Ein Zettel an der Kühlschranktür ist bequem, aber jeder Besucher kann ihn fotografieren. Das BSI rät, die Zugangsdaten nur auf Nachfrage weiterzugeben. Dafür gibt es bessere Wege:
- QR-Code: Die FRITZ!Box zeigt auf der Gastzugang-Seite einen QR-Code an. Den scannt der Besuch mit der Handykamera und ist verbunden.
- Infoblatt: Über Infoblatt drucken bekommst du Netzname, Passwort und QR-Code auf einer Seite. Leg es in eine Schublade statt an die Wand.
- Teilen am Handy: iPhones untereinander und viele Android-Geräte können ein bekanntes WLAN-Passwort direkt an ein Gerät in der Nähe weitergeben.
Gerade wenn du ein langes Passwort gewählt hast, sparst du dir mit dem QR-Code das mühsame Abtippen.
Auch Smart-Home-Geräte gehören ins Gastnetz
Das Gästenetz ist nicht nur für Besuch da. Das BSI empfiehlt, auch smarte Geräte wie Saugroboter, Rollladensteuerungen oder Türklingeln in ein solches separates Netz zu hängen. So bleiben sie getrennt von dem Netz, in dem du Onlinebanking erledigst oder im Homeoffice arbeitest.
Der Hintergrund: Solche Geräte bekommen oft nur wenige Jahre Updates. Hat eins davon eine Lücke, sitzt der Angreifer im Gastnetz und nicht neben deinem Laptop.
Wo es Grenzen gibt
- Manche Geräte müssen mit dem Handy im selben Netz sein, damit die App sie findet. Dann klappt die Einrichtung nur im Heimnetz.
- Smart-Home-Zentralen wie die FRITZ!Box selbst steuern Steckdosen und Thermostate über eigene Funkverbindungen. Die musst du nicht umziehen.
Weitere Tipps stehen in unserem Ratgeber Smart Home sicher einrichten.
Dein nächster Schritt
Nimm dir heute zehn Minuten, richte den Gastzugang ein und druck das Infoblatt aus. Beim nächsten Besuch gibst du dann nicht mehr dein Hauptpasswort heraus.
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Quellen
- BSI: Schritt für Schritt zum Gäste-WLAN
- BSI: Sicherheitstipps für privates und öffentliches WLAN
- heise: Fritzbox Gäste-WLAN einrichten
- WinFuture: FritzBox Gastzugang einrichten
- PC-Welt: Fritzbox-Tipp, WLAN-Zugang für Gäste einrichten
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