Der Fritzbox-Filter in sechs Bildern
Stell dir vor, deine Fritzbox ist das Telefonbuch des ganzen Hauses, und du darfst darin Nummern schwärzen.
1Jedes Gerät einzeln
Fernseher, Tablet und Handy zeigen Werbung, und ein Werbeblocker läuft nicht überall. Du müsstest jedes Gerät einzeln schützen.
2Das geschwärzte Telefonbuch
Jedes Gerät fragt die Fritzbox nach der Adresse einer Seite. Steht der Name auf einer Sperrliste, lädt die Seite nicht.
3Das neue Telefonbuch holen
Den Filter bringt FRITZ!OS 8.50, zu finden unter System und Update. Nicht jedes Modell bekommt ihn.
4Eine gute Liste reicht
Die Fritzbox bringt keine eigenen Listen mit, du fügst selbst eine hinzu, zum Beispiel OISD. Listen für Browser-Werbeblocker passen nicht.
5Eine Nummer wieder freigeben
Geht eine Seite plötzlich nicht mehr, trägst du sie als erlaubt ein. Deine Ausnahmen haben immer Vorrang.
6Was das Telefonbuch nicht weiß
YouTube-Werbung bleibt, und Geräte mit eigenem DNS-Server umgehen den Filter. Neue Phishing-Seiten kommen durch.
Was im Telefonbuch geschwärzt ist, kann kein Gerät im Haus mehr anrufen.
Alle Einzelheiten stehen ausführlich weiter unten. Zum ausführlichen Teil
Mit FRITZ!OS 8.50 kann deine Fritzbox Werbung, Tracker und Phishing-Seiten für alle Geräte im Heimnetz sperren. Du brauchst nur das Update und eine gute Filterliste. Werbung auf YouTube bleibt aber.
Der Smart-TV zeigt Werbebanner auf dem Startbildschirm. Die App auf dem Tablet der Kinder blendet ständig Anzeigen ein. Und auf dem Handy installierst du einen Werbeblocker, der auf dem Fernseher gar nicht läuft. Du müsstest jedes Gerät einzeln schützen.
Genau hier setzt eine neue Funktion an, die gerade auf viele Fritzboxen kommt. Mit dem großen Update auf FRITZ!OS 8.50 bekommt der Router einen eingebauten DNS-Filter. Er arbeitet für das ganze Heimnetz auf einmal. In diesem Ratgeber erfährst du, wie er funktioniert, wie du ihn in wenigen Minuten einrichtest und wo seine Grenzen liegen.
Was ist neu an FRITZ!OS 8.50?
Der Hersteller FRITZ! hat am 29. September 2026 das große Update FRITZ!OS 8.50 angekündigt. Der Start war bei der FRITZ!Box 7690. Laut Hersteller folgen in den nächsten Wochen alle aktuellen Fritzbox- und Repeater-Modelle. Auf der Update-Seite des Herstellers sind die FRITZ!Box 5690, 5630 und 7690 als bereits versorgt genannt.
Wichtig: Nicht jede Neuerung kommt auf jedes Gerät. Den DNS-Filter stellt der Hersteller nach eigener Aussage schrittweise für weitere ausgewählte Modelle bereit. Ob deine Box dabei ist, siehst du nach dem Update direkt in der Oberfläche.
Neben dem Filter bringt das Update unter anderem eine automatische Bevorzugung von Videoanrufen und den Smart Check in der MyFRITZ!App. Der zeigt dir den Zustand deiner Box und gibt Tipps.
So funktioniert der DNS-Filter
Jedes Gerät fragt vor dem Laden einer Seite nach der Adresse hinter einem Namen. Diese Nachfrage heißt DNS-Anfrage. Du kannst sie dir wie einen Blick ins Telefonbuch vorstellen. Im Heimnetz beantwortet normalerweise die Fritzbox diese Fragen.
Der DNS-Filter vergleicht jede Anfrage mit Sperrlisten. Steht der Name auf der Liste, gibt die Fritzbox keine Adresse heraus. Das Werbebanner, der Tracker oder die Phishing-Seite wird dann einfach nicht geladen. Laut Hersteller gilt das für alle Geräte im Heimnetz, also Smartphone, Laptop, Smart-TV und auch smarte Lampen.
Gut zu wissen: Die Fritzbox bringt keine eigenen Listen mit. Du wählst selbst aus, welche Liste sie nutzen soll. Das ist der wichtigste Schritt beim Einrichten.
Schritt 1: Update auf FRITZ!OS 8.50
Ist bei dir die automatische Update-Funktion eingeschaltet, kommt das Update von allein. Du kannst aber auch selbst nachsehen:
- Öffne im Browser die Oberfläche unter fritz.box und melde dich an.
- Gehe zu System, dann Update.
- Klicke auf Neues FRITZ!OS suchen.
- Wird 8.50 angeboten, installiere es. Die Box startet dabei neu, das Internet ist kurz weg.
Wird noch kein Update angeboten, ist deine Box noch nicht an der Reihe. Warte dann einfach ab. Es gibt zwar Testversionen aus dem FRITZ! Labor. Für den Hausanschluss, von dem Homeoffice oder Kasse abhängen, lohnt sich das Warten auf die fertige Version aber mehr.
Wie du die Fritzbox auch sonst sicher einstellst, zeigt dir unser Ratgeber Fritzbox optimal einrichten.
Schritt 2: Die passende Filterliste wählen
Die Fritzbox versteht laut Hersteller drei gängige Listenformate. Für dich zählt vor allem: Nimm wenige, gute Listen. Doppelte Einträge machen die Box nur langsamer, sperren aber nicht mehr.
In seiner Anleitung nennt der Hersteller diese Beispiele:
- OISD mit der Adresse
https://big.oisd.nl: gegen Werbung, Phishing, Schadsoftware und Tracking. - HaGeZi Pro: gegen Werbung, Phishing, Betrugsseiten, Tracking und Telemetrie, also Daten, die Geräte im Hintergrund an Hersteller schicken.
- Steven Black Hosts: gegen Werbe- und Schadsoftware.
Unsere Empfehlung: Fang mit einer Liste an, zum Beispiel OISD. Läuft alles rund, bleibst du dabei.
Finger weg von Browser-Listen: Listen für Werbeblocker im Browser, etwa EasyList Germany, passen nicht. Sie enthalten Regeln, die ein DNS-Filter nicht umsetzen kann. Der Hersteller warnt, dass dadurch Webseiten ungewollt gesperrt werden.
Schritt 3: Den Filter in der Fritzbox einschalten
- Öffne die Oberfläche unter fritz.box.
- Gehe zu Heimnetz, dann Netzwerk, und wähle den Reiter Netzwerkeinstellungen.
- Klicke ganz unten auf Erweiterte Netzwerkeinstellungen ändern.
- Öffne den Reiter DNS-Filter und schalte die Nutzung von Filterlisten ein.
- Klicke auf Filterliste hinzufügen. Gib einen Namen ein, etwa OISD, und füge die Adresse der Liste ein.
- Bestätige mit Hinzufügen und danach unbedingt mit Übernehmen. Erst dann ist die Liste aktiv.
Starte danach den Smart-TV oder das Tablet einmal neu. So fragt das Gerät die Adressen frisch ab.
Wenn eine Seite plötzlich nicht mehr geht
Kein Filter ist perfekt. Manchmal landet eine Seite auf der Liste, die du brauchst. Oft trifft es Gutschein-Links oder Links in Newslettern. Dafür gibt es Ausnahmen:
- Gehe wieder in den Reiter DNS-Filter.
- Im Bereich für eigene Domains fügst du den Namen der Seite hinzu und wählst erlauben.
- Mit Übernehmen speichern.
Laut Hersteller haben deine Ausnahmen immer Vorrang vor den Listen. Umgekehrt kannst du dort auch einzelne Seiten selbst sperren.
Was der DNS-Filter nicht kann
Der Filter ist eine gute Ergänzung, aber kein Rundum-Schutz. Das solltest du wissen:
- YouTube-Werbung bleibt. Kommt die Werbung von derselben Adresse wie das Video, kann der Filter sie laut Hersteller nicht trennen.
- Nur Geräte, die die Fritzbox fragen. Der Filter wirkt nur bei Geräten, die ihre Netzwerkeinstellungen von der Fritzbox bekommen und sie als DNS-Server nutzen. Hast du an einem Gerät von Hand einen anderen DNS-Server eingetragen, greift der Filter dort nicht.
- Kein Ersatz für den Browser-Werbeblocker. Das sagt der Hersteller selbst.
- Kein Ersatz für Vorsicht. Eine Phishing-Seite, die noch auf keiner Liste steht, kommt durch. Woran du gefälschte Mails trotzdem erkennst, steht in unserem Ratgeber Phishing-Mail erkennen.
- Nicht im Repeater-Betrieb. Arbeitet deine Fritzbox nur als Repeater hinter einem anderen Router, richtest du den Filter am Hauptrouter ein.
Gerade für Smart-TVs, Kameras und andere Geräte, auf denen du keinen Werbeblocker installieren kannst, ist der Filter trotzdem ein echter Gewinn. Mehr zum Schutz dieser Geräte liest du unter Smart Home sicher einrichten.
Dein nächster Schritt
Schau heute in deiner Fritzbox unter System und Update nach, ob FRITZ!OS 8.50 schon da ist. Wenn ja, richte eine einzige Liste ein und beobachte ein paar Tage, ob alles läuft.
Du willst das nicht selbst machen oder deine Box ist im Büro im Einsatz? KapFixIT richtet das für dich ein, vor Ort in Dortmund oder per Fernwartung. Ruf einfach an: 0175 7107525.
Quellen
- FRITZ! Wissensdatenbank: Configuring DNS filters in the FRITZ!Box (FRITZ!Box 7690)
- FRITZ! Presseinformation vom 29.09.2026: Großes Update FRITZ!OS 8.50
- FRITZ!: Übersicht FRITZ!OS 8.50
- FRITZ! Presseinformation vom 11.08.2026: Neue Funktionen für FRITZ! Labor und MyFRITZ!App
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