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Werbung und Phishing im ganzen Heimnetz blocken mit der Fritzbox

Mit FRITZ!OS 8.50 bekommt die Fritzbox einen DNS-Filter. So richtest du ihn Schritt für Schritt ein, wählst passende Listen und weißt, was er nicht kann.

Veröffentlicht 20. Oktober 2026 · Sebastian Karpala · Netzwerk

In einer Minute verstanden

Der Fritzbox-Filter in sechs Bildern

Stell dir vor, deine Fritzbox ist das Telefonbuch des ganzen Hauses, und du darfst darin Nummern schwärzen.

  1. Fernseher, Tablet und Handy zeigen alle Werbebanner Werbung auf jedem Gerät

    1Jedes Gerät einzeln

    Fernseher, Tablet und Handy zeigen Werbung, und ein Werbeblocker läuft nicht überall. Du müsstest jedes Gerät einzeln schützen.

  2. Ein Gerät fragt im Telefonbuch der Fritzbox nach, ein Eintrag ist geschwärzt und wird nicht herausgegeben Wo ist ...? Gesperrt: lädt nicht

    2Das geschwärzte Telefonbuch

    Jedes Gerät fragt die Fritzbox nach der Adresse einer Seite. Steht der Name auf einer Sperrliste, lädt die Seite nicht.

  3. Die Fritzbox bekommt ein Update auf Version 8.50 8.50 System, dann Update Erst das Update

    3Das neue Telefonbuch holen

    Den Filter bringt FRITZ!OS 8.50, zu finden unter System und Update. Nicht jedes Modell bekommt ihn.

  4. Eine einzige gute Sperrliste wird eingelegt, eine Liste für Browser-Werbeblocker ist durchgestrichen OISD Eine gute Liste Browser-Liste

    4Eine gute Liste reicht

    Die Fritzbox bringt keine eigenen Listen mit, du fügst selbst eine hinzu, zum Beispiel OISD. Listen für Browser-Werbeblocker passen nicht.

  5. Ein geschwärzter Eintrag wird mit einem grünen Zettel wieder freigegeben erlauben Ausnahme hat Vorrang

    5Eine Nummer wieder freigeben

    Geht eine Seite plötzlich nicht mehr, trägst du sie als erlaubt ein. Deine Ausnahmen haben immer Vorrang.

  6. Drei Grenzen: Werbung im Video bleibt, ein Gerät mit eigenem Telefonbuch geht vorbei, neue Phishing-Seiten kommen durch Videos Eigener DNS Neue Seiten Gute Ergänzung, kein Rundum-Schutz

    6Was das Telefonbuch nicht weiß

    YouTube-Werbung bleibt, und Geräte mit eigenem DNS-Server umgehen den Filter. Neue Phishing-Seiten kommen durch.

Merksatz

Was im Telefonbuch geschwärzt ist, kann kein Gerät im Haus mehr anrufen.

Alle Einzelheiten stehen ausführlich weiter unten. Zum ausführlichen Teil

Kurz gesagt

Mit FRITZ!OS 8.50 kann deine Fritzbox Werbung, Tracker und Phishing-Seiten für alle Geräte im Heimnetz sperren. Du brauchst nur das Update und eine gute Filterliste. Werbung auf YouTube bleibt aber.

Der Smart-TV zeigt Werbebanner auf dem Startbildschirm. Die App auf dem Tablet der Kinder blendet ständig Anzeigen ein. Und auf dem Handy installierst du einen Werbeblocker, der auf dem Fernseher gar nicht läuft. Du müsstest jedes Gerät einzeln schützen.

Genau hier setzt eine neue Funktion an, die gerade auf viele Fritzboxen kommt. Mit dem großen Update auf FRITZ!OS 8.50 bekommt der Router einen eingebauten DNS-Filter. Er arbeitet für das ganze Heimnetz auf einmal. In diesem Ratgeber erfährst du, wie er funktioniert, wie du ihn in wenigen Minuten einrichtest und wo seine Grenzen liegen.

Was ist neu an FRITZ!OS 8.50?

Der Hersteller FRITZ! hat am 29. September 2026 das große Update FRITZ!OS 8.50 angekündigt. Der Start war bei der FRITZ!Box 7690. Laut Hersteller folgen in den nächsten Wochen alle aktuellen Fritzbox- und Repeater-Modelle. Auf der Update-Seite des Herstellers sind die FRITZ!Box 5690, 5630 und 7690 als bereits versorgt genannt.

Wichtig: Nicht jede Neuerung kommt auf jedes Gerät. Den DNS-Filter stellt der Hersteller nach eigener Aussage schrittweise für weitere ausgewählte Modelle bereit. Ob deine Box dabei ist, siehst du nach dem Update direkt in der Oberfläche.

Neben dem Filter bringt das Update unter anderem eine automatische Bevorzugung von Videoanrufen und den Smart Check in der MyFRITZ!App. Der zeigt dir den Zustand deiner Box und gibt Tipps.

So funktioniert der DNS-Filter

Jedes Gerät fragt vor dem Laden einer Seite nach der Adresse hinter einem Namen. Diese Nachfrage heißt DNS-Anfrage. Du kannst sie dir wie einen Blick ins Telefonbuch vorstellen. Im Heimnetz beantwortet normalerweise die Fritzbox diese Fragen.

Der DNS-Filter vergleicht jede Anfrage mit Sperrlisten. Steht der Name auf der Liste, gibt die Fritzbox keine Adresse heraus. Das Werbebanner, der Tracker oder die Phishing-Seite wird dann einfach nicht geladen. Laut Hersteller gilt das für alle Geräte im Heimnetz, also Smartphone, Laptop, Smart-TV und auch smarte Lampen.

Gut zu wissen: Die Fritzbox bringt keine eigenen Listen mit. Du wählst selbst aus, welche Liste sie nutzen soll. Das ist der wichtigste Schritt beim Einrichten.

Schritt 1: Update auf FRITZ!OS 8.50

Ist bei dir die automatische Update-Funktion eingeschaltet, kommt das Update von allein. Du kannst aber auch selbst nachsehen:

  1. Öffne im Browser die Oberfläche unter fritz.box und melde dich an.
  2. Gehe zu System, dann Update.
  3. Klicke auf Neues FRITZ!OS suchen.
  4. Wird 8.50 angeboten, installiere es. Die Box startet dabei neu, das Internet ist kurz weg.

Wird noch kein Update angeboten, ist deine Box noch nicht an der Reihe. Warte dann einfach ab. Es gibt zwar Testversionen aus dem FRITZ! Labor. Für den Hausanschluss, von dem Homeoffice oder Kasse abhängen, lohnt sich das Warten auf die fertige Version aber mehr.

Wie du die Fritzbox auch sonst sicher einstellst, zeigt dir unser Ratgeber Fritzbox optimal einrichten.

Schritt 2: Die passende Filterliste wählen

Die Fritzbox versteht laut Hersteller drei gängige Listenformate. Für dich zählt vor allem: Nimm wenige, gute Listen. Doppelte Einträge machen die Box nur langsamer, sperren aber nicht mehr.

In seiner Anleitung nennt der Hersteller diese Beispiele:

  • OISD mit der Adresse https://big.oisd.nl: gegen Werbung, Phishing, Schadsoftware und Tracking.
  • HaGeZi Pro: gegen Werbung, Phishing, Betrugsseiten, Tracking und Telemetrie, also Daten, die Geräte im Hintergrund an Hersteller schicken.
  • Steven Black Hosts: gegen Werbe- und Schadsoftware.

Unsere Empfehlung: Fang mit einer Liste an, zum Beispiel OISD. Läuft alles rund, bleibst du dabei.

Finger weg von Browser-Listen: Listen für Werbeblocker im Browser, etwa EasyList Germany, passen nicht. Sie enthalten Regeln, die ein DNS-Filter nicht umsetzen kann. Der Hersteller warnt, dass dadurch Webseiten ungewollt gesperrt werden.

Schritt 3: Den Filter in der Fritzbox einschalten

  1. Öffne die Oberfläche unter fritz.box.
  2. Gehe zu Heimnetz, dann Netzwerk, und wähle den Reiter Netzwerkeinstellungen.
  3. Klicke ganz unten auf Erweiterte Netzwerkeinstellungen ändern.
  4. Öffne den Reiter DNS-Filter und schalte die Nutzung von Filterlisten ein.
  5. Klicke auf Filterliste hinzufügen. Gib einen Namen ein, etwa OISD, und füge die Adresse der Liste ein.
  6. Bestätige mit Hinzufügen und danach unbedingt mit Übernehmen. Erst dann ist die Liste aktiv.

Starte danach den Smart-TV oder das Tablet einmal neu. So fragt das Gerät die Adressen frisch ab.

Wenn eine Seite plötzlich nicht mehr geht

Kein Filter ist perfekt. Manchmal landet eine Seite auf der Liste, die du brauchst. Oft trifft es Gutschein-Links oder Links in Newslettern. Dafür gibt es Ausnahmen:

  1. Gehe wieder in den Reiter DNS-Filter.
  2. Im Bereich für eigene Domains fügst du den Namen der Seite hinzu und wählst erlauben.
  3. Mit Übernehmen speichern.

Laut Hersteller haben deine Ausnahmen immer Vorrang vor den Listen. Umgekehrt kannst du dort auch einzelne Seiten selbst sperren.

Was der DNS-Filter nicht kann

Der Filter ist eine gute Ergänzung, aber kein Rundum-Schutz. Das solltest du wissen:

  • YouTube-Werbung bleibt. Kommt die Werbung von derselben Adresse wie das Video, kann der Filter sie laut Hersteller nicht trennen.
  • Nur Geräte, die die Fritzbox fragen. Der Filter wirkt nur bei Geräten, die ihre Netzwerkeinstellungen von der Fritzbox bekommen und sie als DNS-Server nutzen. Hast du an einem Gerät von Hand einen anderen DNS-Server eingetragen, greift der Filter dort nicht.
  • Kein Ersatz für den Browser-Werbeblocker. Das sagt der Hersteller selbst.
  • Kein Ersatz für Vorsicht. Eine Phishing-Seite, die noch auf keiner Liste steht, kommt durch. Woran du gefälschte Mails trotzdem erkennst, steht in unserem Ratgeber Phishing-Mail erkennen.
  • Nicht im Repeater-Betrieb. Arbeitet deine Fritzbox nur als Repeater hinter einem anderen Router, richtest du den Filter am Hauptrouter ein.

Gerade für Smart-TVs, Kameras und andere Geräte, auf denen du keinen Werbeblocker installieren kannst, ist der Filter trotzdem ein echter Gewinn. Mehr zum Schutz dieser Geräte liest du unter Smart Home sicher einrichten.

Dein nächster Schritt

Schau heute in deiner Fritzbox unter System und Update nach, ob FRITZ!OS 8.50 schon da ist. Wenn ja, richte eine einzige Liste ein und beobachte ein paar Tage, ob alles läuft.

Du willst das nicht selbst machen oder deine Box ist im Büro im Einsatz? KapFixIT richtet das für dich ein, vor Ort in Dortmund oder per Fernwartung. Ruf einfach an: 0175 7107525.

Quellen

Noch Fragen zu deinem Fall?

Ein Anruf klärt meist in zehn Minuten, ob und wie ich helfen kann. Kostenlos und unverbindlich, ich gehe fast immer selbst ran.

Sebastian Karpala
Sebastian Karpala
Inhaber von KapFixIT in Dortmund. Schreibt hier auf, was er jeden Tag in der Werkstatt sieht.
Fragen

Häufige Fragen

Bekommt meine Fritzbox den DNS-Filter?

Der Hersteller verteilt FRITZ!OS 8.50 nach und nach an aktuelle Modelle. Den DNS-Filter gibt es laut Hersteller schrittweise für ausgewählte Modelle. Nach dem Update siehst du in der Oberfläche, ob der Reiter DNS-Filter vorhanden ist.

Wird mein Internet durch den Filter langsamer?

Der Hersteller rät zu wenigen, guten Listen, weil doppelte Einträge die Fritzbox zusätzlich belasten. Mit einer einzigen Liste bist du auf der sicheren Seite.

Blockt der Filter auch Werbung auf YouTube?

Nein. Werbung, die von derselben Adresse wie der Inhalt kommt, kann ein DNS-Filter laut Hersteller nicht blockieren.

Gilt der Filter auch im Gastnetz?

Ja. Laut Anleitung des Herstellers wirkt der Filter für Geräte im Heimnetz und im Gastnetz.

Sebastian Karpala

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