KapFixIT Zertifikatstrainer

// Lernkapitel

SC-900

Erst lesen, dann üben. Jeder Prüfungsbereich einmal im Zusammenhang erklärt: worum es geht, was sitzen muss und wie der Anbieter genau diesen Bereich abfragt.

// Kapitel 1 · 10 bis 15 % der Prüfung

Konzepte von Sicherheit, Compliance und Identität

SC-900 fängt mit den Begriffen an, die in den anderen drei Bereichen ständig gebraucht werden. Wer sie sauber trennt, tut sich danach leicht.

Das erste Begriffspaar ist Authentifizierung und AutorisierungFestlegung, welche Rechte ein authentifizierter Zugang erhält.. Authentifizierung beantwortet die Frage, wer da ist. Autorisierung beantwortet die Frage, was diese Person darf. Beides passiert nacheinander und wird gern vertauscht.

Das zweite ThemaVerteilstelle, die dieselbe Nachricht an alle Abonnenten weitergibt. ist Zero TrustSicherheitsmodell mit drei Leitsätzen: explizit prüfen, geringstmögliche Rechte, von einer Verletzung ausgehen. mit seinen drei Grundsätzen: ausdrücklich prüfen statt Vertrauen aus der Netzwerklage ableiten, so wenig Rechte wie möglich vergeben, und von einem Einbruch ausgehen, statt ihn auszuschließen. Daraus folgt, warum Identität als die eigentliche SicherheitsgrenzeÜbergang, an dem Verkehr gefiltert und protokolliert wird. gilt: Wer sich anmelden kann, ist drin, unabhängig davon, wo er sitzt.

Das dritte ThemaVerteilstelle, die dieselbe Nachricht an alle Abonnenten weitergibt. ist die geteilte VerantwortungAufteilung der Zuständigkeit zwischen Cloudanbieter und Kunde. Daten, Geräte und Identitäten bleiben immer beim Kunden.. Je nach Dienstart liegt mehr oder weniger Arbeit beim AnbieterErweiterung, die Ressourcen in Schnittstellenaufrufe übersetzt.. Konstant beim Kunden bleiben in jedem Modell die Daten, die Konten und die Endgeräte.

Dazu kommen die SchutzzieleVertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. VertraulichkeitSchutzziel: Nur Berechtigte können Informationen einsehen., IntegritätSchutzziel: Informationen sind unverfälscht und vollständig. und VerfügbarkeitSchutzziel: Informationen und Dienste sind bei Bedarf nutzbar., die Verschlüsselung in Ruhe und während der Übertragung, das Hashing als Einwegfunktion und die Signatur als Nachweis der Herkunft. Auf der Compliance-Seite stehen die Grundbegriffe des Datenschutzes: Zweckbindung, DatenminimierungNur erforderliche Daten, nur so lange wie nötig., Rechte der betroffenen Person und die Frage, wo Daten liegen.

Das muss sitzen

  • Authentifizierung klärt wer, AutorisierungFestlegung, welche Rechte ein authentifizierter Zugang erhält. klärt was.
  • Zero TrustSicherheitsmodell mit drei Leitsätzen: explizit prüfen, geringstmögliche Rechte, von einer Verletzung ausgehen.: ausdrücklich prüfen, wenig Rechte, von einem Einbruch ausgehen.
  • Identität ist die SicherheitsgrenzeÜbergang, an dem Verkehr gefiltert und protokolliert wird., nicht das Netzwerk.
  • Hashing ist eine Einbahnstraße, Verschlüsselung nicht.
  • Daten, Konten und Endgeräte bleiben in jedem Cloudmodell in deiner Verantwortung.

So wird gefragtDiese Begriffe kommen als kurze Definitionsfragen und als Bausteine in den späteren Bereichen. Investiere hier Zeit, sie zahlt sich dreifach zurück.

Fragen dazu üben: Konto nötig 10 Fragen in diesem Bereich

// Kapitel 2 · 25 bis 30 % der Prüfung

Funktionen von Microsoft Entra

Entra ID ist das Verzeichnis, in dem Identitäten leben. Es ist kein Active Directory in der Cloud: Es kennt keine Gruppenrichtlinien, keine Organisationseinheiten und keine Domänencontroller, dafür Anwendungen, Zustimmungen und moderne Anmeldeverfahren.

Identitäten gibt es in mehreren Ausprägungen. Benutzer sind Menschen, mit oder ohne Postfach. Gäste kommen von außen und behalten ihr eigenes Konto. DienstprinzipaleLokale Vertretung einer Anwendung in einem Mandanten. Erscheint als Unternehmensanwendung. und verwaltete IdentitätenIdentität eines Azure-Dienstes ohne gespeichertes Geheimnis. sind Konten für Anwendungen; die verwaltete Identität hat den Vorteil, dass niemand ein Kennwort pflegen muss. Gruppen bündeln, und dynamische GruppenGruppe, deren Mitgliedschaft aus einer Regel über Benutzer- oder Geräteattribute entsteht, setzt Entra ID P1 voraus. füllen sich anhand von Regeln selbst.

Bei der Anmeldung geht es um mehr als Kennwörter. Die mehrstufige Authentifizierung verlangt einen zweiten Nachweis, kennwortlose VerfahrenSchrittweise Beschreibung der Umsetzung. wie Windows Hello, FIDO2Phishingresistentes, kennwortloses Anmeldeverfahren, an die echte Domäne gebunden.-Schlüssel oder die Authenticator-App ersetzen ihn ganz. Die Selbstbedienung beim Zurücksetzen des Kennworts nimmt Arbeit vom Helpdesk. Der bedingte Zugriff verbindet all das zu Regeln nach dem Muster wenn, dann.

Schutz und Steuerung kommen aus zwei Richtungen. Identity ProtectionErkennung riskanter Anmeldungen und gefährdeter Konten mit automatischer Reaktion. bewertet RisikoErgebnis aus Bedrohung, Schwachstelle und Auswirkung. und kann automatisch reagieren. Identity Governance sorgt mit ZugriffspaketenBündel aus Gruppen, Anwendungen und Websites mit Antrags-, Genehmigungs- und Ablaufregeln., ZugriffsüberprüfungenWiederkehrende Bestätigung bestehender Berechtigungen durch benannte Prüfer. und Privileged Identity ManagementVergabe privilegierter Rollen auf Zeit, mit Begründung, Genehmigung und Protokoll. dafür, dass Rechte nicht schleichend anwachsen.

Das muss sitzen

  • Entra ID ist kein Active Directory: keine Gruppenrichtlinien, keine Organisationseinheiten.
  • Verwaltete IdentitätenIdentität eines Azure-Dienstes ohne gespeichertes Geheimnis. sind Konten für Anwendungen ohne Kennwortpflege.
  • Kennwortlose VerfahrenSchrittweise Beschreibung der Umsetzung. ersetzen das Kennwort, die mehrstufige Authentifizierung ergänzt es.
  • Bedingter ZugriffRegelwerk, das Signale wie Nutzer, Standort, Gerät und Risiko auswertet und daraus eine Zugriffsentscheidung ableitet. ist das WerkzeugFähigkeit, die ein Agent aufrufen darf, etwa die Suche in hochgeladenen Dateien., das Signale in Entscheidungen übersetzt.
  • ZugriffsüberprüfungenWiederkehrende Bestätigung bestehender Berechtigungen durch benannte Prüfer. und PIM begrenzen Rechte über die Zeit, nicht nur bei der Vergabe.

So wird gefragtErwarte Fragen nach dem passenden Identitätstyp und nach dem Unterschied zwischen Schutz und Steuerung. Protection reagiert auf Risiko, Governance ordnet Rechte.

Fragen dazu üben: Konto nötig 20 Fragen in diesem Bereich

// Kapitel 3 · 35 bis 40 % der Prüfung

Funktionen der Microsoft-Sicherheitslösungen

Dieser Bereich hat das größte Gewicht und stellt die Sicherheitsprodukte vor. Wichtig ist nicht die Bedienung, sondern die Zuordnung: Welches Produkt schaut wohin.

Defender XDRZusammenführung der Signale aus Geräten, Identitäten, Mail und Clouddiensten zu gemeinsamen Vorfällen. ist die Klammer über den Erkennungsprodukten. Defender für Office 365 schützt Mail und Zusammenarbeit, unter anderem mit sicheren Anlagen und sicheren Links. Defender for EndpointSchutz für Endgeräte mit Erkennung, Untersuchung und Reaktion bis hin zur Geräteisolierung. schützt Geräte und liefert Erkennung und Reaktion. Defender for IdentityErkennung von Angriffsmustern im lokalen Active Directory über Sensoren auf den Domänencontrollern. beobachtet das lokale Active Directory. Defender for Cloud AppsErkennung und Steuerung genutzter SaaS-Dienste samt Berechtigungen. zeigt, welche Clouddienste genutzt werden, und kann eingreifen.

Defender for Cloud ist etwas anderes: Er bewertet den Sicherheitszustand von Azure- und anderen Cloudumgebungen und liefert Empfehlungen samt einer Bewertung. Microsoft SentinelCloudbasierte SIEM- und SOAR-Lösung mit Datenconnectors, Analyseregeln und Playbooks. ist das Sicherheitsinformations- und Ereignismanagement mit Automatisierung: Es sammelt ProtokolleEintrag mit Text und Struktur, der im Log-Analytics-Arbeitsbereich landet und mit KQL abgefragt wird. aus vielen Quellen über ConnectorsFertige Anbindung an einen Dienst oder eine Datenquelle mit Auslösern und Aktionen., erkennt mit Regeln, bündelt zu Vorfällen und kann mit PlaybooksAzure-Logik-App, die auf einen Vorfall hin Arbeitsschritte ausführt, etwa Konto sperren oder Ticket anlegen. reagieren.

Auf der Netzwerk- und Plattformseite stehen die Azure-Bausteine: NetzwerksicherheitsgruppenEinfache Filterliste für ein- und ausgehenden Verkehr an Subnetz oder Netzwerkkarte. filtern, die Azure FirewallVerwalteter Dienst mit Regeln auf Netzwerk- und Anwendungsebene, Bedrohungsinformationen und zentraler Protokollierung. filtert zentral mit mehr Möglichkeiten, DDoS-Schutz federt Überlastangriffe ab, und der Bastion-Dienst erlaubt die Verwaltung ohne öffentliche Adresse. Der Schlüsseltresor hält Geheimnisse, Schlüssel und Zertifikate an einem Ort.

Das muss sitzen

  • Defender XDRZusammenführung der Signale aus Geräten, Identitäten, Mail und Clouddiensten zu gemeinsamen Vorfällen. erkennt Angriffe, Defender for Cloud bewertet den ZustandZuordnung zwischen beschriebenen Ressourcen und tatsächlichen Objekten..
  • Sentinel sammelt, erkennt, bündelt und reagiert. Es ist SIEMSystem, das Protokolle aus vielen Quellen sammelt, gemeinsam auswertet und Warnungen erzeugt. und SOARAutomatisierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle, etwa Konto sperren oder Ticket anlegen. in einem.
  • Sichere LinksPrüfung von Verweisen beim Anklicken, getrennt einschaltbar für Mail, Teams und Office-Apps. prüfen beim Klick, sichere AnlagenPrüfung unbekannter Anhänge in einer abgeschotteten Umgebung vor der Zustellung. vor der Zustellung.
  • NetzwerksicherheitsgruppenEinfache Filterliste für ein- und ausgehenden Verkehr an Subnetz oder Netzwerkkarte. filtern nah an der Ressource, die Firewall zentral.
  • Der Schlüsseltresor ist der Ort für Geheimnisse, nicht die Konfigurationsdatei.

So wird gefragtDie häufigste Aufgabe ist eine Zuordnung von Produkt zu Signalquelle. Merke dir für jedes Defender-Produkt in einem Wort, wohin es schaut: Mail, Gerät, lokales Verzeichnis, Clouddienst, Cloudzustand.

Fragen dazu üben: Konto nötig 26 Fragen in diesem Bereich

// Kapitel 4 · 20 bis 25 % der Prüfung

Funktionen der Microsoft-Compliancelösungen

Der letzte Bereich behandelt Purview und die WerkzeugeFähigkeit, die ein Agent aufrufen darf, etwa die Suche in hochgeladenen Dateien. rund um Regeln, Aufbewahrung und Nachweise.

Der Kern ist die DatenklassifizierungErkennung, welche Arten vertraulicher Informationen wo vorkommen.. Vertrauliche Informationstypen erkennen Muster wie Kreditkarten- oder Ausweisnummern. Trainierbare Klassifizierer erkennen Inhaltsarten, die sich nicht durch ein Muster beschreiben lassen. Darauf setzen die VertraulichkeitsbezeichnungenKennzeichnung am Inhalt selbst, die verschlüsseln, kennzeichnen und Rechte durchsetzen kann. auf: Sie kennzeichnen ein Dokument, können es verschlüsseln und Rechte mitgeben, und diese Wirkung bleibt erhalten, wenn die Datei den Mandanten verlässt.

Davon zu trennen ist die Aufbewahrung. AufbewahrungsrichtlinienBewahrt Inhalte bis zum Ablauf der Frist und löscht sie danach. wirken auf Orte, AufbewahrungsbezeichnungenHängt am einzelnen Element, trägt eine eigene Frist und kann einen Datensatz deklarieren. auf einzelne Elemente. Bei mehreren Vorgaben gewinnt die längste Frist, und Aufbewahren schlägt Löschen. Die Verhinderung von DatenverlustRichtlinien, die riskante Vorgänge mit vertraulichen Inhalten warnen oder blockieren. greift, bevor etwas den Mandanten verlässt, und kann warnen, eine Begründung verlangen oder blockieren.

Daneben stehen die WerkzeugeFähigkeit, die ein Agent aufrufen darf, etwa die Suche in hochgeladenen Dateien. für Nachvollziehbarkeit und Ernstfall. Das ÜberwachungsprotokollProtokoll aller Änderungen an Verzeichnisobjekten mit altem und neuem Wert. hält fest, wer was getan hat. eDiscoverySichert, sichtet und exportiert Inhalte für rechtliche Verfahren. sucht, sichert und exportiert für ein VerfahrenSchrittweise Beschreibung der Umsetzung.. Das Insider-RisikomanagementErkennt riskantes Verhalten der eigenen Belegschaft, standardmäßig pseudonymisiert. erkennt auffällige Muster im Verhalten. Der Compliance-ManagerZerlegt Normen und Vorschriften in zuweisbare Verbesserungsmaßnahmen mit Nachweis. bewertet den eigenen Stand gegen Vorgaben und schlägt Verbesserungen vor. Die KommunikationscompliancePrüft Nachrichteninhalte anhand von Richtlinien und legt Treffer zur Prüfung vor. prüft Nachrichten auf Regelverstöße.

Das muss sitzen

  • VertraulichkeitsbezeichnungenKennzeichnung am Inhalt selbst, die verschlüsseln, kennzeichnen und Rechte durchsetzen kann. bleiben am Dokument, auch außerhalb des Mandanten.
  • AufbewahrungsrichtlinieBewahrt Inhalte bis zum Ablauf der Frist und löscht sie danach. wirkt auf Orte, AufbewahrungsbezeichnungHängt am einzelnen Element, trägt eine eigene Frist und kann einen Datensatz deklarieren. auf einzelne Elemente.
  • Längste Aufbewahrung gewinnt, Aufbewahren schlägt Löschen.
  • eDiscoverySichert, sichtet und exportiert Inhalte für rechtliche Verfahren. sichert für ein VerfahrenSchrittweise Beschreibung der Umsetzung., das ÜberwachungsprotokollProtokoll aller Änderungen an Verzeichnisobjekten mit altem und neuem Wert. beantwortet Wer hat was getan.
  • Der Compliance-ManagerZerlegt Normen und Vorschriften in zuweisbare Verbesserungsmaßnahmen mit Nachweis. bewertet, er setzt nichts durch.

So wird gefragtAchte auf die Trennung Kennzeichnen, Aufbewahren, Verhindern, Nachweisen. Fast jede Frage in diesem Bereich lässt sich einer dieser vier Absichten zuordnen.

Fragen dazu üben: Konto nötig 15 Fragen in diesem Bereich

Die Kapitel folgen der veröffentlichten Gliederung des Anbieters (Skills measured, Stand 28.07.2026), zuletzt geprüft am 09.09.2026. Verbindlich bleibt, was der Anbieter schreibt.

Diese Kapitel sind frei lesbar, ohne Konto. Die Übungsfragen dazu brauchen eines, weil sie sich merken, was du beantwortet hast und wann sie wiederkommen. Was der Zugang kostet.